Zuganbindung: Weitere Entwicklung im nordwestlichen Landkreis

 

Mammendorf/Althegnenberg/Hattenhofen         


„DB Netz" hat den viergleisigen Ausbau des Streckenabschnittes Augsburg-Olching im Juni 2011 abgeschlossen.


Im Zuge dessen hat der „Verkehrsausschuss der Gemeinden im nordwestlichen Landkreis Fürstenfeldbruck" in einem Schreiben an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regionalverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, die Frage nach der weiteren Entwicklung der Zuganbindung aufgeworfen.


Bereits während der Bauphase - so der Ausschuss - hat die BEG die Bahnanbindung für die Orte Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf deutlich verbessert. Die Regionalzüge des „Fugger-Express" halten in Haspelmoor, Althegnenberg und Mammendorf seither stündlich im Berufsverkehr, tagsüber und am Wochenende bis spätabends alle zwei Stunden.

Wie gut diese Verbesserungen ankommen, beweist der erfreuliche hohe Zuspruch, den die neuen Verbindungen bereits erfahren haben und wohl auch weiter erfahren werden.

Eine Reihe von Fahrgästen - so die Beobachtungen vor Ort - sind vom Auto auf die Regionalzüge „umgestiegen". Viele Reisende kommen aus Orten nördlich und südlich der Bahnlinie, so dass sich die Einzugsbereiche der drei Bahnhalte auch in geographischer Hinsicht vergrößert haben.

Der Ausschuss ist überzeugt, dass in der Einwohnerschaft weiteres Fahrgastpotenzial vorhanden ist. Zudem wird die weitere Entwicklung der Gemeinden - egal ob Bahnanlieger oder nicht - wohl für zahlreiche weitere Fahrgäste sorgen.


Der Ausschuss verbindet diese Feststellungen daher aber auch mit der Frage nach weiteren Ausweitungen, vor allem in den Früh- und in den Abendstunden.

Dabei wiederum wird - unabhängig von der nach wie vor sehr positiven Resonanz auf die bereits geschaffenen Verbesserungen - der durchgehende Stundentakt zur Sprache gebracht.


In ihrem Antwortschreiben betont die BEG, dass die bayernweite Einführung eines mindestens stündlich verkehrenden Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) ein erklärtes verkehrspolitisches Ziel des Freistaates ist.


Weiterhin zeigt die BEG allerdings auf, warum sich der durchgehende Stundentakt an allen Wochentagen im nordwestlichen Landkreis derzeit nicht realisieren lässt. Im Einzelnen:

  • Derzeit wird der Streckenabschnitt Petershausen - Ingolstadt ausgebaut. Dies wiederum hat zur Folge, dass ein großer Teil des eigentlich dort anfallenden Fern- und Güterverkehrs über Augsburg geleitet wird. Die Bauarbeiten durch „DB Netz" werden 2013 abgeschlossen sein.
  • Im Raum Augsburg besteht der Wunsch, unter anderem aus Politik und Wirtschaft, die Fernverkehrsverbindung nach Norden nachhaltig - also über den Dezember 2013 hinaus - zu verbessern. Ein Zweistundentakt der ICE-Züge von und nach Hamburg würde aber im Abschnitt Olching - München-Pasing, auf dem sich Fern- und Regionalverkehr die Gleise teilen müssen, zu Trassenkonflikten führen.
  • Besonders ausgelastet ist dabei der Bahnhof München-Pasing. Dort steht pro Richtung nur ein Bahnsteiggleis für alle Fern- und Regionalzüge in Richtung Augsburg zur Verfügung, was wiederum wegen der Fahrgastwechselzeiten und der Signalabstände eine Zugfolgezeit von sieben Minuten erforderlich macht. Der eigentlich dringend notwendige Bau eines zusätzlichen Bahnsteigs ist allerdings laut „DB AG" erst nach 2020 zu erwarten.
  • Schon heute sind in der Hauptverkehrszeit die meisten nicht in Mammendorf, Haspelmoor und Althegnenberg haltenden Züge zwischen München-Pasing und Mering bereits voll ausgelastet. Der Zustieg weiterer Reisender hätte Kapazitätsengpässe zur Folge. Die Beschaffung zusätzlicher Triebzüge durch „DB Regio", mit denen die erforderlichen Mehrkapazitäten bereitgestellt werden könnten, wäre insbesondere wegen der knappen Haushaltsmittel nicht vertretbar. Die Kosten hierfür würden weitestgehend auf den finanziellen Beitrag des Freistaates (so genanntes Bestellerentgelt) aufgeschlagen werden.

Unter diesen Voraussetzungen ist der „Verkehrsausschuss" gemeinsam mit der BEG bemüht, sukzessive einzelne weitere Verbesserungen zu realisieren.

Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 beispielsweise finanziert die BEG an Samstagen, Sonn- und Feiertagen einen so genannten „Nachtschwärmerzug", der insbesondere den jugendlichen Fahrgästen zugute kommen soll. Dieser Zug verlässt München Hbf um 02.00 Uhr, bedient Mammendorf um 02.17 Uhr, Haspelmoor um 02.21 Uhr sowie Althegnenberg um 02.24 Uhr. Zusammen mit dem bewährten Anrufsammeltaxi (AST) steht somit auch zu eher „ungewöhnlichen" Zeiten ein gutes ÖPNV-Angebot zur Verfügung.

Eine weitere Änderung betrifft den Regionalzug, der München Hbf derzeit um 16.09 Uhr in Richtung Augsburg verlässt. Hier muss aus Kapazitätsgründen eine Umstellung vorgenommen werden. Somit verkehrt dieser Zug künftig bereits um 16.00 Uhr und erreicht München-Pasing um 16.07 Uhr, Mammendorf um 16.18 Uhr, Haspelmoor um 16.22 Uhr und Althegnenberg um 16.25 Uhr. Er fährt dann auch nicht mehr als Doppelstockgarnitur, sondern als Triebfahrzeug vom Typ ET 440 („Fugger-Express").

drucken nach oben